Wenn du Winterlandschaften auf Bildern oder im Fernsehen siehst, denkst du dir nur: oh, schön.
Wenn du mittendrin steckst, siehst du nur vor dir, wie viele Stunden du Schnee schippen musst, wie viele Stunden du Eiskristalle von der Scheibe kratzt, damit du überhaupt einen Meter siehst. Die Angst, auszurutschen. Gegen einen Baum zu fahren. Hinzufallen, so richtig auf den Rücken zu knallen.
So hat sich meine Winterlandschaft angefühlt. So war mein ganzes Leben.
Ein Kämpfen gegen die Schneemassen, die nicht aufhörten, vom Himmel zu fallen.
Die Prägungen der eigenen Familie, die dir sagen, wie du zu sein hast. Die Prägungen des Ortes, die dir sagen, wie du zu leben hast. Die Prägungen der Gesellschaft: so müssen Mütter sein, so muss eine Frau sein, so muss eine Partnerin sein. Und wenn du so nicht bist — dann bist du falsch.
Dagegen habe ich angekämpft. Doch die Schneeflocken fielen weiter.
Ich wollte nicht mehr im Kampf sein dagegen. Ich wollte den Kampf beenden.
Raus aus dieser Winterlandschaft, raus aus diesen ewigen Schneefällen.
Vor 15 Jahren hat mein Körper den Kampf beendet und aufgegeben. Das war meine Einladung. Und ich bekam endlich die Chance, den Frühling zu spüren. Die ersten Blüten, die sich unter der Schneedecke zeigten. Die Sonne, die mir immer wieder zu verstehen gab: da kommt noch viel mehr.
Für mich war lange nicht klar, dass ich die Schneelandschaft verlassen kann. Mir hat niemand gezeigt, dass es Frühling gibt.
Mit jeder einzelnen Blüte, mit jedem Sonnenstrahl, mit jedem Vogelgezwitscher konnte ich meinem Körper zeigen: der Winter ist beendet. Denn mein Körper steckte lange im Winter.
Du kennst das bestimmt auch.
Du fühlst dich wie im tiefsten Winter, und alle anderen sagen dir: Häh? Es ist doch gerade Sommer. Und du hast das Gefühl, keiner sieht, wo du wirklich stehst.
Du merkst schnell, ob dieser Raum deiner ist. Du hast keine Lust mehr auf noch eine Masterclass, noch einen Tipp vom Freund Egon, noch einen Menschen für jedes einzelne Problem, der dir jeweils was anderes erzählt. Du willst, dass sich endlich der Sommer zeigt.
15 Jahre habe ich Menschen mit körperlicher, seelischer und geistiger Behinderung begleitet, damit sie diesen Sommer auch in sich finden. Ich konnte diesen Menschen nie den kompletten Sommer zeigen, denn die alten Prägungen in unserem politischen System sitzen gerade dort sehr tief.
Mein heutiger Raum, den ich halte, ist Sommer.
Wer hier eintritt, muss mich nicht überzeugen, dass die eigenen Visionen, die eigenen Ziele richtig sind. Hier darf endlich sein, ohne erklärt zu werden, was sonst erklärt werden musste. Hier wirst du gesehen, auf einer tieferen Ebene.
Schamanin, Bankkauffrau, Pädagogin — drei Abkürzungen für etwas Tieferes. Nämlich für jemanden, die selbst durch jede Jahreszeit gegangen ist, bevor sie andere hindurchbegleitet.
Ich verspreche dir nichts. Ich traue dir zu, dass du längst alles in dir trägst.
Alles Liebe,
deine Lisa

Statt Symptome zu behandeln, lösen wir das Muster dahinter.

Business, Körper, Beziehungen — alles hängt zusammen. Genau da schaue ich hin.

Spirituell, aber mit beiden Füßen im Leben.